Warendorf: Große Lösung wird noch geprüft

Derzeit ist eine Gruppe im Pfarrheim untergebracht, eine weitere Interimsgruppe wird nötig. Die einzige Lösung sei die Modulbauweise, betonte der Erste Beigeordnete Dr. Martin Thormann . Das Vorhaben sei mit der Pfarrgemeinde Ss . Bartholomäus und Johannes d.T. abgestimmt worden. Es sieht einen 48 Quadratmeter großen Gruppenraum und weitere Schlaf-, Sanitär- und Personalräume vor. Der Außenspielbereich soll 150 Quadratmeter umfassen. Als Standort wurde die Wiese hinter der Grundschul-Turnhalle gewählt. Laut erster Kostenschätzungen wird die Stadt jährliche Mietkosten von 50 000 Euro für die Module aufbringen müssen und diese anschließend an die Pfarrgemeinde weitervermieten.

Fragen nach Alternativen

Im Ausschuss wurden Fragen nach Alternativen laut. Markus Berlage (FWG) etwa fragte nach den Kosten eines kompletten Neubaus. „Warum wird da nur ein Gruppenraum gebaut und nicht gleich zwei, um die Situation zu entspannen?“, wollte Dieter Terörde ( CDU ) wissen. „Wir haben definitiv über die Doppellösung gesprochen“, entgegnete Stadtjugendpfleger Ansgar Westmark, der die Pläne vorstellte. Nach Gesprächen mit der Gemeinde sei man zu diesem Ergebnis gekommen.

Als wir das im Juni beraten haben, war uns allen nicht wohl dabei.


Franz-Ludwig Blömker (SPD)

„Als wir das im Juni beraten haben, war uns allen nicht wohl dabei“, merkte Franz-Ludwig Blömker (SPD) an. Mit „Bauchschmerzen“ habe man den Beschluss gefasst. Nun gehe es um Verlässlichkeit. „Wir leisten einen Zuschuss an den Träger. Aber das Wichtigste ist, dass wir für die Kinder eine gute Lösung erreichen.“

Zwischenzeitlich unterbrach der Vorsitzende Frederik Büscher die Sitzung, um Pfarrer Rainer Hermes die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Dieser rief die Chronologie der Ereignisse in Erinnerung. Anfang 2019 seien Stadt und Kreisjugendamt an die Gemeinde herangetreten, die Einrichtung um eine Gruppe zu erweitern. Später sei dann von zwei Gruppen die Rede gewesen. „Hätten wir all das vorher gewusst, hätten wir auch gesagt: ‚Alles neu macht der Mai.‘“

Es sind fast zwei Jahre vergangen. Wir machen jetzt die nächste Interimslösung.


Claudia Lohmüller, Leiterin des Kindergartens

Auch Claudia Lohmüller, Leiterin des Kindergartens, berichtete über die Situation. „Es sind fast zwei Jahre vergangen. Wir machen jetzt die nächste Interimslösung.“ 35 Anmeldungen lägen nach aktuellem Stand vor. „Das einzige, was uns helfen würde, wäre Gewissheit.“

Thormann wies mehrfach auf die „Rolle“ der Stadtverwaltung hin: „Wir sind als Stadt nicht Bauherr und nicht Betreiber. Wir wollen helfen.“ Allerdings sei in erster Linie der Träger gefragt. „Es muss entschieden werden“, so Thormann. „Es gibt gar keine tragfähige Alternative.“

Rat soll am 18. Dezember entscheiden

Entscheiden soll der Rat abschließend am 18. Dezember. „Die Zeit läuft uns davon“, befand auch Dr. Hermann Mesch (Bündnis 90 / Die Grünen).

Am Ende wurde die Beschlussempfehlung, die Verwaltung zum Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 mit der Errichtung einer Interimslösung für eine Kindergartengruppe zu beauftragen, ergänzt.

Zusätzlich votierten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, bis zur Ratssitzung die Machbarkeit einer größeren Lösung prüfen zu lassen.